Verlag wird für neues Kochbuch gelobt
Als hätten wir nicht schon genug Kochbücher.
Ehrlich gesagt: nein, haben wir nicht. Gemeint sind gute Kochbücher. Wirklich gute Kochbücher. Kochmagazine
berichten immer wieder von ausgezeichneten Rezepten aus Kochbüchern, die es wert sind gelesen und nachgekocht zu
werden.
Man hat es fürwahr nicht einfach. Mit dem Wissen im Hinterkopf,
jederzeit eine Kochanleitung im Internet zu finden, lassen wir den Abend mit Freunden auf uns zukommen, kaufen noch
ein paar Zutaten, die nützlich sein könnten und stellen den Wein schon mal kalt.
Spätestens beim Eintreffen der Gäste wird man
feststellen, dass die Beilagen nicht zum Fisch passen und die entscheidenden Gewürze für den Auflauf fehlen, der an
Großmutters Kochkünste hätte erinnern sollen. Zu guter Letzt stellt sich nach einem Hinweis der Gäste heraus, dass
der Wein Raumtemperatur haben müsste und ohne Zitronenschnitz der aufgetischte Lachs ungenießbar sei. Man sollte
sich an dieser Stelle vom wohlgemeinten „ist nicht so schlimm" nicht in die Irre führen lassen. Auch dass die
Internetseite, von der man mal gehört hatte, ausgerechnet am Abend als der Besuch kam, nicht funktionierte, ist nur
ein schwacher Trost, wenn nicht sogar eine faule Ausrede. Besser bedient ist man, wenn es das nächste Mal etwas
runder läuft. Mit einem Kochbuch.
Mit einem wirklich guten Kochbuch, wie wir am
Anfang dieses Aufsatzes schon erwähnt haben. Denn solche gibt es nicht gerade wie Sand am Meer. Die meisten
Kochanleitungen beschränken sich auf eine hübsche Abbildung und reduzieren die Kochkünste nicht selten auf Zutaten,
die man fixfertig im Laden kaufen kann. Man ist gewillt zu sagen, es gäbe also Kochen und Kochen. Kochen im Sinne
des schnellen Hinzauberns, weil die Werbung ja versprochen hat, es schmecke wie selber gemacht. Und Kochen nach
einem Kochbuch, bei welchem man sich die leckeren Zutaten einzeln aussucht, auf Frische achtet, nur Gewürze
auswählt, die in die Symphonie des gemütlichen Abendmahls passen und nicht zuletzt auf die Wünsche der Gäste
Rücksicht nimmt, die allenfalls eine Diät halten. Man ist ohnehin auf der sicheren Seite, wenn man statt einer
fettreichen Mahlzeit eine bekömmliche Speise zubereitet. Und warum nicht: Das Kochen gehört genau so zu einem
gelungenen Abend. Wieso nicht gemeinsam mit den Gästen kochen!
Dazu braucht es natürlich ein passendes
Kochbuch und damit sind wir schon wieder bei der allgegenwärtigen Frage: Welches Buch ist das beste? Nun, darauf
lässt sich – man hat es befürchtet – keine endgültige Antwort geben. Man sollte sich auf keinen Fall von noch so
hübschen Bildern beeinflussen lassen. Viel wichtiger sind die Beschreibungen, damit das Resultat im Vergleich nicht
einer Katastrophe gleich kommt. Vertaut man den Urteilen von Kochmagazinen reicht es oft schon aus, sich die
entsprechenden Verlage zu merken. Aus dem gleichen Haus dürften nämlich noch weitere gelungene Publikationen
erschienen sein. Wird ein Verlag für ein neues Kochbuch gelobt, sollte man sich deshalb ruhig noch ein bisschen
weiter umsehen.
Gerade ein
seriöses Kochmagazin
sollte sich immer wieder mit einem besonderen Kochbuch
auseinandersetzen. Wichtig ist, dass dieses das Kochen mit, oder für Freunde zum freudigen Erlebnis macht.
Achtet man auf weitere Erscheinungen aus dem gleichen Verlag, wird man die Perlen aus dem Kochbuch Meer
herausfischen können.
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